Wanderung im Deutsch-Niederländischen Grenzgebiet: Naturwanderweg N 70

Dichte Laubwälder kennzeichnen die Hänge der Eiszeitmoräne bei Beeg-Ubbergen Dichte Laubwälder kennzeichnen die Hänge der Eiszeitmoräne bei Beeg-Ubbergen pixabay.com © beefjacos und pixabay.com © Pexels

Weniger spektakulär als eine Tour durch den Yellowstone Nationalpark, aber wesentlich abwechslungsreicher, ist der Naturwanderweg N 70 im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bei Nijmegen. Der Naturwanderweg N 70, im Niederländischen auch Naturwandelroute genannt, hat es in sich. Der Grund: Er verläuft über eine eiszeitliche Endmoräne und bietet eine einzigartige Naturlandschaft mit grünen Hügeln, engen Tälern, plätschernden Bächen und weiten Ausblicken. Die Auffaltungen der Eiszeitmoräne bieten Pflanzen und Tieren einen einmaligen Lebensraum und die Landschaft erinnert an eine Miniaturausgabe der Bad Tölzer Voralpenlandschaft. Welche Ausrüstung für die Wanderung nötig ist und warum sich die Tour lohnt, ist jetzt Thema.

Die Ausrüstung: Tagesrucksack, Wanderkarte und DigiCam

Die Route gleicht einer liegenden 8. Unterhalb der Route, am Fuße der Endmoräne, verläuft der Rijkstraatweg. Die Parkplätze sind kostenfrei und der beste Platz ist direkt gegenüber der kleinsten Eisdiele der Niederlande mit dem Namen M´ijsjes. Sie misst gerade einmal 4 Quadratmeter und liefert zum Abschluss der Tour eine willkommene Erfrischung.

Am besten sind Tagesrucksäcke für die Wanderung geeignet, die eine leicht zugängliche Außentasche für die DigiCam oder das Smartphone aufweisen und gleichzeitig Stauraum für Teleskop-Wanderstöcke bieten.  Wer im Anschluss an die Wanderung im Örtchen Beek-Ubbergen oder in der nahe gelegenen Studentenstadt Nijmegen Bummeln will, ist mit diesen Rucksäcken ebenfalls gut beraten, denn sie nehmen das ein oder andere Souvenir bequem auf.

Die DigiCam bzw. ein Smartphone mit guter Kamera sollte unbedingt mit. Die Route führt durch bewaldetes Gebiet und gewährt an mehreren Stellen einen weiten Blick über das flache Land. Unter anderem leiten Sichtachsen den Blick auf Ortschaften, Kirchen und andere Bauwerke in der Ferne. Vorbei am „dicksten Baum der Niederlande“, einer Eiche mit über 8 m Umfang, führt der Weg über Wald-Alleen und durch kleine Sträßchen, an denen herrschaftliche Villen in der beneidenswert idyllischen Abgeschiedenheit liegen.

Tagesrucksack mit reichlich Stauraum

Teleskopstöcke und Wanderkarte

Teleskopstöcke sind für die N 70 kein Muss, aber sie sind empfehlenswert, insbesondere im Frühjahr und Herbst. Regenfälle, die sich an der Endmoräne aufstauen können, sorgen für einen weichen Boden, der an Hängen recht rutschig werden kann. Da die Route einige schweißtreibende Steigungen aufweist, entlastet der Einsatz der Stöcke Hüfte, Knie und Knöchel und sorgt außerdem für Sicherheit auf dem Pfad.

Eine Wanderkarte ist kostenfrei online zu haben, die GPS-Route für Smartphone oder GPS-Gerät wird ebenfalls gratis bereitgestellt.

Die Route: Die grüne Markierung weist den Weg

Aufgrund der günstigen Lage zum Rijkstraatweg bieten sich mehrere Einstiegspunkte an. Über den Zugang der Ketelstraat, die zum ehemaligen Grenzpfosten führt, der bis vor dem Krieg die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden markierte, gelangen die Wanderer zur N 70. Es geht kurz vor dem Grenzpfahl links rauf auf die Endmoräne. Sie führt in mehrfachen Auf- und Ab-Bewegungen über acht „Berge“. Unter anderen erklimmen die Wandere den Boterberg, den Sterrenberg und den Duivelsberg. Auf der Route bieten verschiedene Museen und Einrichtungen die Möglichkeit, sich über die Region zu informieren und die Einzigartige Geschichte kennen zu lernen. Zu den Attraktionen entlang der Route gehören diese:

  • Vergnügungspark Tivoli für Kinder von 3 – 10 Jahren.
  • Afrika Museum
  • Aquädukt von Groesbeek
  • Infozentrum der Niederländischen Kulturlandschaft

Keine Sorge – die Niederländer sind auf deutsche Gäste eingestellt. So finden sich in den meisten öffentlichen Gebäuden und touristisch interessanten Häusern zwei- oder dreisprachige Infotafeln, die in Niederländisch, Deutsch und Englisch wissenswerte Details preisgeben.

Einkehren auf der N 70

Die Route hält verschiedene gastronomische Einkehrmöglichkeiten bereit, sodass es zwar nicht nötig ist, viel Verpflegung einzupacken, aber dennoch ist es schön, unterwegs zu picknicken und die Aussicht zu genießen. Wer lieber seine Brotzeit in der Natur einnimmt, kann unterwegs trotzdem anhalten und einen Kaffee trinken oder ein frisches Kaltgetränk zu sich nehmen. Dafür bieten sich unter anderem diese Lokale an:

  • Restaurant Tante Kosje
  • Pfannekuchenrestaurant De Duivelsberg
  • Hotel t´Spijker

Fazit: Wandern und genießen auf der N70

Nicht umsonst wurde die N 70 schon zweimal als schönste Wanderrouten der Niederlande gekürt. Sie führt durch das schöne Örtchen Beek-Ubbergen, das vor einigen Jahren zum grünsten Ort der Niederlande ausgerufen wurde. Die Wanderung über die N 70 ist eine rundum empfehlenswerte Tour mit viel Abwechslung und optischen, kulturellen, geschichtlichen sowie kulinarischen Highlights.

Quellen: pixabay.com © beefjacos (CCO Public Domain) und pixabay.com © Pexels (CCO Public Domain)

Sebastian

Was zunächst mit einer gewissen Skepsis begann, da es immer hieß Wandern ist etwas für ältere Leute, schlug ganz schnell in eine große Leidenschaft um und gipfelte letztendlich in einer Sucht. Mit meinen Berichten möchte ich euch helfen diese lebenslängliche Krankheit so gut wie möglich zu überstehen und die Symptome etwas zu lindern.