Bayern - Werdenfelser Land - Genuss- und Familientour um den Lautersee bei Mittenwald

 Allgemeine Informationen

Dieser Bericht ist kein klassischer "Bergtourenbericht", welcher uns Bilder und Wegverläufe in schwindelerregenden Höhen und hochalpinem Gelände näher bringt. Dieser Bericht ist vielmehr eine Empfehlung für eine ruhige Familienwanderung, einen lockeren Spaziergang in wunderschönem, unschwierigem Gelände. Der Wegverlauf ist interessant gestaltet und abwechslungsreich und bietet Sicht auf die atemberaubende Gipfelkulisse des Karwendelmassivs sowie des Karwendelgebirges allgmein. Unsere 5-köpfige Familie genoss diese Unternehmung in vollen Zügen und wird den abenteuerlichen Familienwandertag noch lange positiv in Erinnerung behalten. Wir waren Ende April unterwegs, der wohl ruhigsten Zeit des Jahres was die Touristendichte anbelangt. Die meisten Bergbahnen sowie Schwimmbäder hatten wegen Revision geschlossen. Eine herrliche Zeit die Region fast menschenleer zu genießen.

Tourverlauf

Wir starteten am Parkplatz der Talstation der Kranzbergbahn, welche auch wegen Revision nicht in Betrieb war. Schon auf diesem Parkplatz auf knapp 1000 Meter Höhe konnte man einen wunderbaren Blick über Mittenwald und auf die Karwendel-Szenerie genießen. Das Wetter meinte es entgegen der Vorhersagen gut mit uns, die Sonne schien bei leicht bewölktem bis phasenweise wolkenlosem, blauem Himmel.

Der Weg zum Lautersee führte von diesem Parkplatz über den sog. Höhenwanderweg, einem schönen Geo-Lehrpfad. Entlang der Wegstrecke waren wiederkehrend verschiedene, vorwiegend heimische, Gesteine ausgestellt. Auf angebrachten  Tafeln wurden dem interessierten Leser detaillierte Informationen näher gebracht. 

Wir schlenderten den malerischen Weg entlang und verweilten an den einzelnen Informationstafeln.

Im weiteren Verlauf war auf einem Wiesenstück ein Steingarten angelegt, welcher insbesondere die Kinder zum erkunden und spielen einlud.

Nach dem Passieren eines Aussichtspunktes, bei welchem man das laute Rauschen des Lainbach-Wasserfalls hören konnte, ging es nun geradewegs in Richtung Lautersee.

Am Seeplateau angekommen zog sich der Himmel langsam zu. Laut Wettervorhersage sollte unser Wandertag der Beginn einer mindestens 2-3-tägigen Regen- und Schneephase sein. Das Plateau ziert die  kleine, schöne Kapelle Maria Königin. Für die Strecke von der der Kranzbergtalstation braucht man in der Regel nicht länger als 30 Minuten. Aufgrund unseres genüsslichen Schlenderns haben wir knapp 50 Minuten, inklusive Spielpausen und Rast, gebraucht.

Der ca. 12 Hektar große und bis zu 19 Meter tiefe Lautersee liegt auf ca. 1015 Meter Höhe. Der See liegt südlich unterhalb des Hohen Kranzberg und wird von Bergbächen gespeist. Der Abfluss erfolgt durch den Lainbach in Richtung Mittenwald. Das Seewasser entspricht auf jeden Fall den Erwartungen an einen auf dieser Höhe gelegenen Bergsee.  Das mit dem Wort "lauter" zum Ausdruck gebrachte reine und klare Wasser gab auch dem See seinen Namen.

Wir kehrten in er geöffneten Lautersee-Alm ein und stärkten uns mit Apfelstrudel und einem erfrischendem Almdudler. Hier gab es einen ausgewiesenen Badebereich, zudem kann man sich Boote leihen. Der Bereich des Süd- und Ostufers kann bei entsprechenden Temperaturen zum Baden genutzt werden. Insgesamt gibt es am See ein Vielzahl an Einkehr-, Bade- und sonstigen Aktivitätsmöglichkeiten. Gerade bei Sonnenschein lädt der idyllisch, gelegegene Bergsee zum Verweilen bei Kaffee und Kuchen ein.

Ab Mai verkehren hier regelmäßig Busse, welche Gäste vom Bahnhof bzw. der Fußgängerzone in Mittenwald zum See bringen bzw. zurück. Für eine längere Tourplanung, insbesondere mit Kindern, kann sich dies unter Umständen als hilfreich erweisen.  

Bei unserem Besuch waren alle beschriebenen Aktivitäten geschlossen bzw. noch nicht in Betrieb. Am See selbst waren kaum Wanderer unterwegs. In den Schönwettermontaten werden Touren bei gewünschter Einsamkeit hier wohl nicht möglich sein, da das Gebiet für den Tourismus außerordentlich gut erschlossen ist.

Nach unserer Stärkung und dem Passieren des Seeweges entschieden wir uns für den Rückweg entlang des Lainbachs durch das imposante Lainbachtal.

Das Laintal war ein Highlight, welches ich in diesr Form, mit dieser Schönheit, so nicht erwartet hatte. Es ähnelte phasenweise einer kleinen Klamm, da sich der Lainbach seinen Weg durch Fels und das schmale Tal bahnt und uns eine Vielzahl beeindruckender Naturszenarien bot. Der aufwendig geführt Weg war in bestem Zustand und durchwegs sicher. Wir befuhren ihn mit Kinderwagen, welchen wir über einzelne Treppen kurz und problemlos heben konnten.

Der Rückweg durch das Lainbachtal war ein besonderes Erlebnis, insbesondere aufgrund des imposanten Weg- und Wasserverlaufs. Auch ein tobender Wasserfall war auf halber Abstiegsstrecke gut vom Weg aus sichtbar und beeindruckte. Der Lainbach führte zu unserer Zeit viel Wasser.

Wir stiegen Treppe für Treppe, Absatz für Absatz in Richtung Tal und erreichten nach kurzer Zeit das ca. 100 Höhenmeter tiefer liegende Mittenwald.

Während die Kinder im schönen Mittenwald ein Eis genossen, stieg ich schnell zum Parkplatz der Kranzbergbahn auf und holte unser Auto. Das Wetter meinte es bis zum Schluss gut mit uns.

Letztlich könnte man im Wanderparadies des Hohen Kranzbergs sowie der Regeion des Lauter- und Ferchensees die Tour aufgrund der Vielzahl an Wegalternativen, beliebig verlängern bzw. variieren. Die Tour war einfach bzw. leicht, bestens beschildert und wies zu keiner Zeit Schwierigkeiten auf. Sie war aufgrund der malerischen, kurzweiligen Wegführung ein Highlight, welche alle Familienmitglieder beeindruckte. Ein schöner, einfacher Halbtagesausflug, bei dem man ohne größere Anstrengungen Natur und Gipfelkulisse auf schönem Wege genießen konnte. Für Familien mit Kleinkindern, wärmstens zu empfehlen. Auch als Tour mit Hunden ratsam. Genießertipp!

  Tourenplanung und -auswertung: komoot

Weitere Informationen

  • Route Aufstieg: Parkplatz Kranzbergbahn - Höhenwanderweg/GeoLehrpfad - Lautersee - Umrundung - Lainbachtal - Mittenwald - Parkplatz Kranzbergbahn
  • Route Abstieg: s. Aufstieg
  • Dauer für Aufstieg: 1 Stunde
  • Dauer für Abstieg: 1 Stunde
  • Ziel Höhe / Gipfel: Lautersee 1013 Hm
  • Höhenmeter: ca. 100 Hm
  • Schwierigkeitsgrad: sehr leicht
  • Empfohlende Wandermonate: ganzjährig
  • Klettersteig: nein
  • Sehenswürdigkeiten: Geo-Lehrpfad, Kapelle Maria Königin
  • Einkehrmöglichkeit: eine Vielzahl an Einkehrmöglichkeiten vorhanden, u. a. Lauterseealm, Seehof Lautersee, etc.
  • Schuhwerk: knöchelhohe Bergschuhe mit guter Profilsohle
  • Trittsicherheit: nicht erforderlich
  • Schwindelfrei: nicht erforderlich
  • Weiterempfehlen: ja - ich würde die Tour wieder machen
  • Hinweis:

    Die Benutzung des Tourenberichtes erfolgt auf eigenes Risiko. Es wird keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden jeder Art übernommen.

Alexander B.

"Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen" (Goethe)

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